Chezminismus-Roulette
Die tiefergelegte Frauenzeitschrift als Buch
Next Role Magazin
Leylabell – Mehrwerden ganz ohne Kalorienzählen
The Project.
Neue Rollen- ganz ohne Kalorienzählen
Das neue Projekt. Chez Magazin
Chez Mois. Chez Icke.
von Gesine Danckwart, Anna Opel und Sabrina Zwach
Kennen Sie das, dieses Gefühl, dieses „warum ist das nichts für mich“? Und dann liest man sich doch hinein, in die Tipps für die Anderen:
Denen, die ganz Frau sind und für die dieses Magazine gemacht sind- Frauenmagazine oder für die Männer- Männermagazine, Eindeutigkeitsratgeber, die ganz eindeutig auch mit der Zeit gehen, problembewusster und klüger werden, sich für Womans – Achtung Alter – (verstehe ich nicht) – Weil das der Klassikername für die Zeitschriften ist, die sich an ältere Frauen (über vierzig richten) öffnen und trotzdem ein Modell von so sein produzieren, vor dem man – ich, wir- immer wieder kapitulieren.
Bin ich nicht schön genug, zu viel Haare auf den Zähnen, zu wenig Oberflächenglanz, Weichheit, Weiblichkeit und dennoch das kleine Schwarze für welchen Anlass auch immer im Ankleidezimmer?
Noch nicht mal eine aktuelle Trennungsgeschichte. Ist mein Body auch positiv, wenn ich das nicht fühle und wie komm ich vielleicht mal dahin?
Was verdammt noch mal heißt denn, bin ich gut im Bett? Oder: Wie werde ich untenrum frei und ist mein „romantic life“ dann endlich im Lot? Deko-Tipps, Psychotest. Welcher Karrieretyp bin ich? Pflegeprodukte, Frisurentrends und dann natürlich Rezepte und das Horoskop.
Bild der Frau zählt beispielsweise zu den umsatzstärksten Zeitschriften in Deutschland mit rund 107 Millionen Euro Jahresumsatz, die Brigitte folgt mit circa 101 Millionen. Frauen lesen diese Zeitschriften. Nicht nur aber auch.
Und dann Stars, Sternchen, Influencerinnen. Schauspielerinnen bekannt aus Film, Fernsehen und manchmal – eher selten – aus dem Theater. Meist auf das neue Kind/ den neuen Look/ Mann reduziert. Wir kommen daher. Drei Autorinnen, die aus dem innersten des Theaters kommen oder sich zumindest dort sehr gut auskennen. An einem Ort an dem es um Rollen geht, um die Erarbeitung von Rollen, das Erfüllen, repräsentieren von Rollen. Könnte dieser utopische Ort – das Theater – auch ein Ort sein, der Rollen verändert und neu schreibt? Der Gesellschaft verändert?
Wo bildet sich Frau ab? Wo die Rolle der Frau? Das ist unsere Grundfrage- der wir in diversen assoziativen Feinverästelungen nachgehen wollen und die wir mit besonderem Augenmerk auf die Frage der Bildproduktion und Oberfläche untersuchen wollen. Im Jetzt. Gegengedacht. Wir wollen eine Art Bastelanleitung zur Verfügung stellen. Ein Rollenbuch zum Nachspielen. Für Profis auf dem Set, der Bühne (SchauspielerInnen) und im Leben für uns alle. Die schönere Zukunft der gerechten Genders herbeispielen. Neben der Spur, Varianten des Bekannten.
Wir wollen uns an all den gängigen Kategorien und Rubriken erfreuen und sie tiefer gelegt , neubetrachtet und umgedichtet in eine andere Richtung treiben. Danckwart/ Opel / Zwach sind allesamt unter anderem Autorinnen – in künstlerischer und journalistischer Richtung. Sie kommen vom Theater, Film, Fernsehen. Aus der Auseinandersetzung mit Rollen, performativen Fragen der Branche, dem besonderen Einblick in die dunkel anachronistische Theater- und Medienwelt, in der immer noch die meisten Intendanten und Regisseure Männer sind, in der Schauspielerinnen aus Prinzip nie mehr als Größe 36 tragen, in der ab 50 der Vorhang nicht hoch geht, bzw. die Klappe fällt- und es kaum Rollen für Frauen jenseits der Gebärfähigkeit bis sie dann als komische Alte ihren letzten Auftritt haben, werden wir unseren besonderen Spin nehmen. In den letzten Jahren haben wir uns in einer künstlerischen Recherche in Wien am Burgtheater startend und jetzt an der Deutschen Oper in Berlin mit Identitäten auf der Bühne auseinandergesetzt (theblondproject). Aus dieser langen Arbeitsphase wollen wir Materialien und Fragen übernehmen. Wir haben eine Vielzahl von Interviews geführt, sind mit Schauspielerinnen, Besetzerinnen, Redakteuren, Komödiantinnen im Gespräch.
Wir wollen unser aller ein ultimatives Magazin produzieren. Schön Schön- Für alle, problemorientiert, glücklichmachend, erkenntnisreich und funny. Andere Bildstrecken werden entstehen und andere Themen gesetzt. Das Horoskop fällt ziemlich sicher weg.
Eine bilderreiche Collage mit Interviews, assoziativen Strecken, Kochrezepten und Witzen fürs Überleben. Wir wollen nach der Performance von Chefinnen fragen- Körpermaße neu erzählen. In unserer Make Up Rubrik befragen wir eine Maskenbildnerin, was die neuen chirurgischen Techniken mit den Gesichtern machen und was davon erzählt werden darf. Was darf denn gezeigt werden? Welches Alter sehen wir, wenn wir eine Frau um die 45 sehen? Ist James Bond in der zweiten Lebenshälfte?
Wie entstehen Rollenbilder?
Theater Film und Fernsehen ist ein Ort an dem an Rollen gearbeitet wird. Rollen modifizieren ist das Ziel
Takes/ Kapitel/ Rubriken:
DIY – Do it Yourself
Mode– Crossdressing
Welche Größe will ich tragen?
Hosenrolle
Kraft der Verwandlung
Vorher – Nachher Premiere
Politik – Changemanagement in Sachen Gendergerechtigkeit
Psychologie Arroganztraining f. Frauen (Peter Modler)
Humor als Krisenkiller
Celebrities Berühmte Alkoholikerinnen Bühne/Film und Literatur
Rezepte Tiefkühlkost für Feinschmeckerinnen
Newcomerinnen
Die Hauptrolle Porträt einer erfolgreichen Frau (Intendantin / Politikerin)
Die Ikone im Test Madonna / Chanel / Marilyn Monroe / Michelle Obama
Wie sind erfolgreiche Frauen?

Dieses Heft ist für Sie mich uns alle Brigitte Karen Woman Max Missi. Wir lieben Sie. Ja. Wir werden geliebt. Das ist sicher. Wir fangen mit einem Wortspiel einer persönlichen Anekdote, irgendwas was Sie reinzieht zu uns, nein, am besten Trick 1 einer rhetorischen Frage an Sie, sind Sie, nein Sie sind bestimmt glücklich, zufrieden, da wo Sie sein wollen, Beruflich erfolgreich, attraktiv, im richtigen Körperbau, der look, ein hook, ein privater, eigener, das Konto gefüllt, die Rente gesichert oder privat nachgerichtet, skypen zoomen kommunizieren facen liken wischen tindern daten Sie, zu Hause alles happy, die drei gesch… Säulen der Zufriedenheit, mit der Liebe alles Bestens, im Bett klappt es so wie Sie sich vorstellen, und sonst sprechen Sie darüber, die Kids blendend geraten, Sport machen Sie und reisen und kochen und tibetische Yogaübungen und die Gehaltsverhandlungen, selbstbewusst, Sie sind, Sie sind eine Macherin, ein Macher, ein Flieger, eine Fliegerin, Sie sind, warum lesen Sie uns mich denn? Die Redakteurin sitzt verzweifelt und schmeisst Blatt um Blatt in den Papierkorb. Den virtuellen – versteht sich. Diesen Text kann ich nicht schreiben, ich kann ihn noch nicht mal denken! Ich kann diese Einladung. Oder doch. Dieses Heft For You. For Me.
Ich sitze hier, spiegle mich in Bodentiefen Fenstern und versuche für Sie draussen up to dates zu finden. Während mein Magen wegen dieser verdammten 16 zu neun Diät in Krämpfen festhängt. Soviel Ingwertee kann ich gar nicht trinken, dass ich diesen Hunger nicht mehr spüre. Nein, es geht mir nicht besser. Meine Haut sieht noch genauso aus wie vorher, und seit wir jetzt die selbstbewusste Frau ab 50 sind, oder ab 45 oder ab 39, muss mir das natürlich auch noch egal sein, während alle um mich herum gespritz sind, oder sich spritzen wollen, und ich mich auch demnächst gerne spritzen würden, tuen wir so als wenn das alles kein Problem mehr wäre. Wie bin ich hier gelandet? Wieso ist das alles ein Problem? Oder bin das nur ich? Ich könnte jammern meckern einen Jogginganzug im Gesicht und der ist nicht kuschlig oder öko.
Wieso bin ich BLOND? Wieso? Wieso habe ich die Körperfrage nach all den Jahrzehnten nicht gelöst? Wieso habe ich vorhin in dem Gespräch so gekiechert? Warum empfinde ich Scham, während Boris Johnsontrumparschloch keinen empfindet? Warum erkläre ich mich andauernd? Warum redet keiner mehr über Einsamkeit? Ich bin auch keine Redakteurin, ich bin noch nicht mal. Ich habe nicht mal einen ordentlichen Beruf. Ich bin das was ich mache. Ich bin alleinerziehend, Bitte was, warum bin ich so doof, warum mache ich das alles? Wieso bin ich hier gelandet obwohl ich ein Kind der Achtziger und einer emanzipierten starken Frau war. Wieso habe ich meine Tochter gestern runtergemacht. Wieso kaufe ich nachher ein tolles Essen für den nicht vorhandenen Kindsvater ein?
Editorials hoch 3
- DER GROSSE UMBAUoder Ein gesellschaftliches MAKEOVER in dem Männer die Welt wieder irgendwann bewegen und verändern werden, aber anders. Die Stunde der Frauen hat geschlagen. Nie gab es so viele gut ausgebildete, kluge, selbstbewusste, mutige Frauen wie heute. Und Männer werden die Welt sicher wieder bewegen und verändern, sagt man, irgendwann, aber anders, nicht mehr alleine. “Es ist heutzutage… DER GROSSE UMBAU weiterlesen
- EditorialDieses Heft ist für Sie mich uns alle Brigitte Karen Woman Max Missi. Wir lieben Sie. Ja. Wir werden geliebt. Das ist sicher. Wir fangen mit einem Wortspiel einer persönlichen Anekdote, irgendwas was Sie reinzieht zu uns, nein, am besten Trick 1 einer rhetorischen Frage an Sie, sind Sie, nein Sie sind bestimmt glücklich, zufrieden,… Editorial weiterlesen
- Editorial MissHerzlich willkommen zum tiefergelegten Genderjournal. Ein Buch für Sie und Ihn und Sihn. Und ein Versuch, das Morgen der Geschlechterjustice herbeizuschreiben und herbeizubildern. Mit Mode und Schminktipps jenseits von Mann und Frau. Wie konnte das aussehen und wie könnte sich das anfühlen?Welche Outfits und Rezepte brauchen wir für eine Zukunft, die nicht auf binär basiert,… Editorial Miss weiterlesen
